Messen in CLT: Wie können wir etwas Schönes auch nachweislich gut machen?
CLT hat etwas Besonderes. Das Material lässt sich nicht nur technisch erklären, sondern auch fühlen. Holz vermittelt Ruhe, Wärme und ein angenehmes Gefühl. Es passt in eine Zeit, in der wir anders bauen wollen: leichter, nachhaltiger und mit Respekt vor den Rohstoffen. Nicht umsonst entstehen immer mehr beeindruckende Projekte in CLT – von Wohnhäusern bis hin zu Schulen und Büros.
Wenn etwas Gutes auch gut bleiben soll
Aber gerade weil CLT so vielversprechend ist, ist es wichtig, wachsam zu sein. Nicht in Bezug auf das Material selbst, sondern in Bezug auf den Umgang damit. Denn die Frage ist nicht, ob CLT gut ist. Die Frage ist: Wie sorgen wir dafür, dass es auch gut bleibt?
CLT ist Holz. Und Holz lebt. Es reagiert auf Feuchtigkeit, Temperatur und Nutzung. Das geschieht bereits während des Baus, setzt sich aber auch danach fort, oft über Jahre hinweg. Was in der Praxis noch zu oft fehlt, ist das Verständnis dafür, was tatsächlich in der Konstruktion vor sich geht. Wir verlassen uns auf Erfahrung und Annahmen – obwohl gerade beim Holzbau die Realität nicht immer vorhersehbar ist.
„Dank der Sensoren von Inscio können wir sehr gut sehen, wie viel Feuchtigkeit das Holz während der Bauphase ausgesetzt ist.“ Taco Valstar – ERA Contour
Messen beginnt nicht mit Technik, sondern mit dem Gespräch
Deshalb beginnt besseres Bauen mit Verstehen. Und Verstehen beginnt mit Messen.
Dieses Messen beginnt nicht mit Technik, sondern mit einem Gespräch. Gemeinsam mit dem Auftraggeber wird zunächst das Gebäude betrachtet: Wo liegen die Schwachstellen, wo überschneiden sich Funktionen, welche Teile der Konstruktion werden bald aus dem Blickfeld verschwinden?
Dabei ist es wichtig, zwischen dem Bauwerk selbst und den darin genutzten Räumen – Wohnungen, Büros oder andere Nutzungsfunktionen – zu unterscheiden. Und mindestens ebenso wichtig: Die Bauphase erfordert eine andere Sichtweise als die Betriebsphase. Was während des Baus akzeptabel ist, kann im Betrieb zu einem Risiko werden.
Von der Erkenntnis zum durchdachten Messplan
Aus diesem Gespräch entsteht kein Standard-Messplan, sondern ein durchdachter Verlege- und Installationsplan. Das Messen wird zielgerichtet eingesetzt, an Stellen, wo es wirklich darauf ankommt. Nicht, um alles zu verfolgen, sondern um das zu verstehen, was später nicht mehr kontrolliert werden kann.
Daten für das Qualitätsmanagement
Sobald der Bau voranschreitet und die Daten eingehen, verwandelt sich das Messen von einem Hilfsmittel in ein Steuerungsinstrument. Werte steigen oder bleiben zurück. Einige Abweichungen sind logisch: Fassaden sind noch offen, Details noch nicht geschlossen, das Gebäude befindet sich noch im Entstehen. Andere Signale erfordern Aufmerksamkeit.
„Wir schoben den Schnee beiseite und sahen das Problem. Ohne Inscio hätten wir das nie herausgefunden.“
Abweichungen verstehen statt bekämpfen
Der Unterschied zwischen diesen beiden ist entscheidend. Hier entsteht Qualitätsmanagement auf der Grundlage von Fakten statt von Gefühlen. Probleme werden nicht im Nachhinein entdeckt, sondern sofort erkannt und gedeutet. Diese Phase wird oft unterschätzt, obwohl sie enorme Vorteile bringt – sowohl für das Projekt als auch für die Zusammenarbeit.
Liefern Sie Beweise statt Annahmen
Mit der Fertigstellung ist die Geschichte noch nicht zu Ende. Im Gegenteil. Die gesammelten Daten bilden die Grundlage für ein Qualitätsdossier, in dem sichtbar wird, was passiert ist, welche Abweichungen aufgetreten sind und wie diese behoben wurden. Das Gebäude erhält damit ein Gedächtnis.
Nach der Fertigstellung verschwinden viele Teile hinter Verkleidungen, Decken und Fußböden. Gerade hier bietet eine aktive Überwachung Sicherheit. Nicht, weil ständig etwas nicht in Ordnung ist, sondern weil man weiß, dass man es sehen würde, wenn dies der Fall wäre. Das Gebäude wird nicht nur fertiggestellt, sondern auch in seiner Nutzung begleitet.
CLT verdient Messung
CLT ist wunderbar. Das steht außer Frage.
Aber nur wenn wir es mit Einsicht, Daten und Risikobewusstsein kombinieren, machen wir den Holzbau wirklich zukunftsfähig. Das Messen macht es nicht kühler oder technischer – es macht es ehrlicher, ruhiger und fundierter.